Wälder sind die
dominierende Vegetationsform der Biosphäre. Folgt man der FAO-Definition,
bedecken sie mit rund 3,45 Mrd. ha etwa ein Viertel der Landoberfläche.
Etwa eine weitere Milliarde Hektar wird von anderen gehölzbedeckten
Flächen, zum Beispiel Buschland, eingenommen, so daß insgesamt
gut 4 Mrd. ha der Erdoberfläche mit Gehölzen bestockt sind (FAO 1999).
Das Erscheinungsbild
und die Artenzusammensetzung von Wäldern variieren in erster Linie in
Abhängigkeit vom Klima erheblich. Dabei sind grob drei große Waldökotypen
voneinander zu unterscheiden.
Die
Übergänge zwischen diesen Hauptwaldtypen sind fließend, so dass eine genaue
Abgrenzung kaum möglich ist. Jeder dieser Waldtypen umfasst eine Reihe
verschiedener Waldformationen.
Ganz
im Norden der Erdhalbkugel erstreckt sich von Skandinavien über
die sibirische Taiga und Alaska bis in weite Teile Kanadas hinein
das breite Band des umfangreichsten geschlossenen Waldgebietes
der Erde: des borealen Nadelwaldes. Hier folgen auf lange kalte
und schneereiche Winter kurze und teilweise recht warme Sommer.
Wenige Nadelbaumarten herrschen vor, überwiegend Fichten-, Kiefern-,
Lärchen- und Tannenarten. Laubbäume wie Birke oder Pappel finden
allenfalls als Erstbesiedler („Pionierbaumarten“) auf Kahlflächen
Lebensraum.
In
unseren Breiten wachsen außer Nadelwäldern und Mischbeständen
auch ausgedehnte reine Laubwälder mit den Hauptbaumarten Buche,
Eiche, Ahorn, und Esche. Je kürzer die Vegetationszeiten im Wald
sind, umso mehr nimmt die Konkurrenzkraft der Nadelbäume gegenüber
den Laubbäumen zu. In den Laubwäldern unserer Klimazone finden
wir daher mit steigender Höhenlage immer mehr Nadelbäume beigemischt.
Der
Bergmischwald aus Buche, Tanne und Fichte gilt hierzulande als
die wuchskräftigste Waldformation. Mit steigender Höhe beherrscht
die Fichte dann den Waldaufbau, zum Beispiel im Alpenraum, im
Bayerischen Wald und im Harz. In den Alpen und den Sudeten tritt
als Besonderheit noch die Lärche hinzu.

Diesen Typ treffen wir in Mitteleuropa vor allem im Mittelmeerraum
an, wo sich heißtrockene Sommer mit kühlen Wintern abwechseln.
Diese Bedingungen begünstigen Baumarten mit eher kleinen, harten
und ledrigen Blättern die der sommerlichen Trockenheit gut angepaßt
sind. Mit 15 bis 25 Metern erreichen diese Wälder im allgemeinen
keine allzu große Höhe.
Unterschicht mit ihrem lockeren Kronendach wächst meist eine
dichte Unterschicht niedriger Bäume, Sträucher, Kräuter und Gräser.
Typisch für diese mediterrane Flora sind Eichenarten, Edelkastanie,
Öl- und Feigenbaum aber auch verschiedene Nadelbäume wie Pinie
oder Schwarzkiefer. Hohe Übernutzung seit der Antike hat im Mittelmeergebiet
die Wälder stark schrumpfen lassen. In weiten Teilen ist der Wald
heute einer vom Menschen kaum nutzbaren Gestrüppvegetation (Macchie)
gewichen.
In einem Bereich von etwa 10 Grad nördlich und südlich des Äquators
wächst der tropische Regenwald. Auffälligstes Merkmal ist seine
fast unglaubliche Artenvielfalt. Auf einem Hektar (100 m x 100
m) findet man selten weniger als 40 häufig jedoch über 100 Baumarten
vereint. Dazu kommen dann noch die unzähligen sonstigen Pflanzenarten
und eine reiche Tierwelt.
Trotz
der großen Vielfalt reagiert der tropische Regenwald sensibel
auf Einwirkungen von außen. Dies liegt vor allem daran, daß er
seine Nährstoffe zum überwiegenden Teil der Biomasse und nicht
dem Mineralboden entnimmt. Denn diese Wälder wachsen auf Böden
die vollständig verwittert und nährstoffarm sind.
Ein solcher kurzgeschlossener Kreislauf aus Wachstum und Verrottung
ist besonders empfindlich gegenüber Störungen, wie sie in weiten
Bereichen der Tropen, zum Beispiel durch Brandrodung zur Gewinnung
von Ackerland, an der Tagesordnung sind. Es folgen in der Regel
irreversible Bodenschäden, die eine Wiederbewaldung ausgesprochen
schwierig machen. Regenwaldähnliche Ökosysteme wiederherzustellen
ist daher im Gegensatz zu unseren mitteleuropäischen Ökosystemen
nahezu unmöglich.