Naturraum
Der Wald
ist ein natürlicher Lebensraum!Die heutige
Verteilung von Wald, landwirtschaftlichen Nutzflächen, Verkehrs-
und Siedlungsflächen in Deutschland entstand durch menschliches
Handeln über Jahrhunderte hinweg. Der verbliebene Wald ist also
kein unberührter Urwald mehr. Er ist Kulturlandschaft - ein von
Menschen geprägter Wirtschaftswald.
Der Wald spielte
für die Menschen schon immer eine wichtige Rolle. Ursprünglich versorgte
er sie mit Nahrung, Brennholz, Werk- und Baustoffen, lieferte Futter
für ihre Haustiere. Der Wald hat also immer viele Funktionen erfüllt.
In der Vergangenheit stand seine wirtschaftliche Funktion im Vordergrund.
Holzproduzent
Auch heute hat
der Wald als Lieferant des umweltfreundlichen Rohstoffs und Energieträgers
Holz noch erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Aber die Schutz-
und Erholungsfunktion haben in einem so dicht besiedelten Land wie
Deutschland stark an Bedeutung gewonnen. Heute ist Multifunktionalität
gefragt - der harmonische Dreiklang der ökologischen, ökonomischen
und sozialen Funktionen des Waldes. Mehr zu den Waldfunktionen...
Freizeitraum
Die Forstverwaltungen
der Bundesländer pflegen und erhalten den Wald und wachen über sein
Befinden. Sie bieten darüber hinaus allen Waldeigentümern die Möglichkeit,
sich durch qualifizierte Mitarbeiter/-innen professionell beraten
und betreuen oder den eigenen Betrieb sogar durch sie bewirtschaften
zu lassen. Aber auch der Einzelbürger kann Dienstleistungen der
Landesforstverwaltungen direkt in Anspruch nehmen. Sei es zum Erwerb
von Brennholz für den heimischen Kamin oder die waldpädagogische
Zusammenarbeit zwischen Schule und Forstamt. Die Angebote sind so
vielfältig wie der Wald selbst.
Über die Links
auf der Deutschlandkarte kommen Sie direkt auf das Internetangebot
der jeweiligen Landesforstverwaltung.
Wald
- ein deutsches Kulturgut!
Ein Märchenwald?
Die Bedeutung
des Waldes für den Menschen ist mit seinen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen
keineswegs vollständig erfasst. Der Wald ist tief in der Kultur
unseres Landes verwurzelt. Die Worte Wald und Baum sind in vielen
Redensarten und Sprichworten enthalten ("vor lauter Bäumen den Wald
nicht mehr sehen", "auf dem Holzweg sein"). Sie sind in zahlreichen
Sitten und Gebräuchen gegenwärtig ("Maibaum aufstellen"), in Ortbezeichnungen
("Waldsrode") und in Familiennamen ("Förster") überliefert und mit
Märchen und Sagen ("Hänsel und Gretel"; "Das Wirtshaus im Spessart")
eng verknüpft. Wald und Bäume sind in Dichtung, Literatur, Malerei
und Musik aller Epochen lebendig geblieben ("Der Freischütz", "Tannhäuser").
| Kleine
Waldchronik |
| 12.000
v.Chr. (Altsteinzeit) |
Zunehmende
Erderwärmung, Kältesteppe entwickelt sich zu Wald (Zeit nomadisierender
Jäger und Sammler) |
| 1.800
v.Chr. (Bronzezeit) |
Beginn
der Nutzung von Wäldern für die Holzkohleproduktion zum Schmelzen
der Erze, konzentriert auf wenige Erzlagerstätten. |
| Christi
Geburt. |
Land
von den Römern schon teilweise dicht besiedelt. |
| 800
(Karolingerzeit). |
Anhaltende
Rodungstätigkeit, auch in weniger siedlungsgünstigen Gebieten.
Ein Viertel der Waldfläche ist gerodet. |
| 1000
|
Rodungen
großen Ausmaßes. Wälder teilweise schon in desolatem Zustand. |
| 1300 |
Angst
vor Holznot (frühe Energiekrise). Erste obrigkeitliche Forstordnungen
("Weistümer"). Versuche, die hemmungslose Holznutzung und das
ungezügelte Roden zu unterbinden. |
| 1500 |
Wald
auf seine heutige Ausdehnung zurückgedrängt (ca. 30 % der Gesamtfläche).
Danach Anfänge einer geregelten Forstwirtschaft, bspw. württembergische
Forstordnung von 1514 |
| 1700
|
Mit
Zunahme der Bevölkerung nach 30-jährigem Krieg wieder Angst
vor Holznot. Anstoß zu wissenschaftlich begründeter Forstwirtschaft.
Erste Anbauversuche mit ausländischen Baumarten. |
| 1800 |
Erste
Meisterschulen. Später Forstfakultäten an Hochschulen. Nach
1825 intensive Wiederaufforstungsversuche. In Revolutionsjahren
um 1848 nochmals viele Waldungen verwüstet, große Heidegebiete
entstehen. |
| 1850
|
Forstwissenschaft
und Forstwirtschaft nehmen beträchtlichen Aufschwung. Auf großen
Flächen entstehen ertragreiche Wälder. |
| 1950
|
Wiederaufforstung
der im Zweiten Weltkrieg und infolge der Reparationshiebe entstandenen
ausgedehnten Kahlflächen. |
| 1975 |
Bundeswaldgesetz
als Rahmengesetz und in der Folge die Landeswaldgesetze |
Die Waldfunktionen im Dreiklang:
Nutzfunktion - Holz
Die
Nutzfunktion
Unter
der Nutzfunktion versteht man die wirtschaftliche Bedeutung des
Waldes:
- Er
liefert den nachwachsenden, umweltfreundlichen und kohlendioxidneutralen
Rohstoff und Energieträger Holz,
- ist
dabei Rohstoffbasis für die heimische Holz- und Papierwirtschaft,
- ist
Grundlage für die Einkommen der Waldbesitzer und
- stellt
Arbeitsplätze gerade im strukturschwachen ländlichen Raum bereit.
Schutzfunktion - Waldbach
Die Schutzfunktion
Der Wald
erfüllt außerdem eine Vielzahl von Funktionen, die dem Schutz von
Mensch und Umwelt dienen:
- Er
reguliert den Wasserhaushalt und sichert unsere Trinkwasserversorgung,
- schützt
vor Geröll- und Schneelawinen sowie vor Erosion,
- wirkt
ausgleichend auf unser Klima und reinigt die Luft,
- bindet
Kohlendioxid in der Biomasse und trägt dadurch zur Verminderung
des sogenannten Treibhauseffektes bei,
- schützt
vor Lärm,
- trägt
wesentlich zum Biotop- und Artenschutz bei und hat positive
Auswirkungen auf das Landschaftsbild.
Fahhradfahrer
Die Erholungsfunktion
Auch für
Freizeit und Erholung spielt der Wald eine wichtige Rolle. Vor allem
Menschen in Städten und Ballungszentren nutzen ihn, um Entspannung
und Erholung zu finden. Waldgebiete der Mittelgebirge sind begehrte
Urlaubsziele für alt und jung.
Weitere
Informationen zu Wald und Forstwirtschaft in Deutschland
finden Sie auf den Web-Seiten der Landesforstverwaltungen.